Worum es geht
Auch eine öffentliche Volksschule kann sich als Arbeitgeberin positionieren. Lohn und Anstellungsbedingungen sind kantonal geregelt. Die weichen Faktoren aber gestaltet jede Schule selbst: wie die Schulleitung unterstützt, wie das Team zusammenarbeitet, wie neue Lehrpersonen ankommen. Employer Branding verbindet die Gewinnung neuer Lehrpersonen mit dem Halten der bisherigen, so beschreibt es Schulleiter Felix Steger im Blog der PH Zürich.
Eine Arbeitgebermarke zeigt nach aussen, was innen gelebt wird.
1. Die Grundlage klären
Die Arbeitgebermarke baut auf der Marketingstrategie auf. Klären Sie zuerst: Welche Lehrpersonen suchen Sie in den nächsten Jahren, für welche Stufen und Funktionen? Wo informieren sich diese Menschen? Und was wollen Sie bis wann erreichen? Ohne diese Antworten bleibt jede Botschaft vage.
2. Herausfinden, was Ihre Schule ausmacht
Fragen Sie Ihr Kollegium: mit einer kurzen Umfrage, in einem Workshop oder in Gesprächen. An der Schule Dietlikon zeigte eine solche Befragung, dass den Lehrpersonen Unterstützung, Weiterbildung und eine gute Vereinbarkeit am wichtigsten sind. Ganz oben stand die Präsenz und Unterstützung der Vorgesetzten in schwierigen Situationen.
Wichtig ist, ehrlich hinzuschauen. Was schätzen die Lehrpersonen wirklich, und was fehlt noch?
3. Versprechen formulieren
Aus den Antworten entstehen drei bis fünf Arbeitgeberversprechen. Sie beschreiben, worauf sich Lehrpersonen bei Ihnen verlassen können. Versprechen Sie nur, was im Alltag stimmt. In Dietlikon bekannte sich die Schulpflege per Beschluss zu fünf Arbeitgeberkulturen, darunter Unterstützung, Gemeinschaft und Weiterentwicklung. Daraus entstand der Leitsatz «Zusammen Schule Dietlikon».
4. Sichtbar machen
Jetzt zeigen Sie, was Ihre Schule ausmacht: auf einer Karriereseite, in jedem Stelleninserat, mit Bildern aus dem echten Schulalltag und kurzen Porträts von Lehrpersonen. Auch Vorstellungsgespräche, der erste Arbeitstag oder der Abschied von Stellvertretungen und Praktikantinnen sind Teil der Marke.
5. Leben und überprüfen
Eine Arbeitgebermarke ist nie fertig. Prüfen Sie regelmässig, ob die Versprechen im Alltag gelten, und nutzen Sie Abweichungen als Hinweise für die Schulentwicklung. Halten Sie fest, woran Sie die Wirkung messen: Bewerbungen pro Stelle, Zeit bis zur Besetzung und wie viele neue Lehrpersonen nach einem Jahr noch bei Ihnen sind. Mehr dazu im Artikel Gute Lehrpersonen halten.
Checkliste
- Ziele und Zielgruppen aus der Marketingstrategie sind geklärt.
- Das Kollegium wurde befragt, was die Schule als Arbeitsplatz ausmacht.
- Drei bis fünf Arbeitgeberversprechen sind formuliert und von der Schulleitung getragen.
- Karriereseite und Stelleninserate zeigen die Versprechen mit echten Beispielen.
- Es gibt eigene Bilder und Stimmen aus dem Kollegium.
- Die Messgrössen sind festgelegt und werden einmal im Jahr überprüft.
Quellen
- PH Zürich, Blog Schulführung: Aufbau eines Employer Brands in der öffentlichen Volksschule, Felix Steger, 10. Februar 2026. Zur Quelle
- «Unterstützung ist den Lehrpersonen am wichtigsten.» Porträt zur Masterarbeit von Felix Steger über Employer Branding an der Schule Dietlikon (PDF). Zur Quelle